DVB-T Tuner gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, meist mit USB-Schnittstelle ausgerüstet. Die AVerMedia AVerTV Digi Express 54 ExpressCard kommt jedoch, wie der Name schon sagt, in einer ExpressCard daher und ist somit für den mobilen Einsatz am Notebook prädestiniert. Nur für die Verwendung der mitgelieferten Fernbedienung ist ein externer, per USB-Port angeschlossener Infrarot-Sensor nötig. Nach der Installation der Karte beginnt beim ersten Start der AVerTV6 Software ein Sendersuchlauf, der seine Aufgabe in wenigen Minuten erledigt. Über die Empfangsleistung der Digi Express 54 gibt es nichts zu meckern, sowohl im Kern als auch am Rande des Sendegebiets ist die Bild- und Tonqualität über jeden Zweifel erhaben.
Für den Empfang des TV-Programms sind zwei rund elf Zentimeter lange Teleskopantennen zuständig, die sich wahlweise auf einen kleinen Sockel montieren lassen befinden oder per Klammer am Notebook befestigt werden können.
Die Karte ist HDTV Ready und unterstützt sowohl MPEG2 als auch den neueren H.264 Standard und auch die Aufnahme von Bildmaterial ist in diesen beiden Formaten möglich, wozu die AVerTV6 Software installiert werden muss. Die Videoaufnahme geschieht dabei im MPEG2-Format für Digitales TV oder, je nach Wunsch, in MPEG1/2 oder 4 für analogen Empfang. Nach Möglichkeit sollte in jedem Fall in H.264 aufgenommen werden. Die Speicherplatzersparnis beträgt, im Vergleich zum älteren MPEG2-Format, gut 75% bei unveränderter Bildqualität. Außerdem wird die Unterstützung für Apples iPod Videoformat angeboten, mit denen sich leicht Aufnahmen für das tragbare Multimediagerät anfertigen lassen.
Die mitgelieferte Software unterstützt mehrere sinnvolle, mittlerweile zum guten Ton gehörende Features, wie EPG (elektronische Programmzeitschrift), eine Picture-in-picture Funktion (kurz PIP oder Bild-in-Bild), und eine Vorschau über 16 Kanäle. Die Anzeige von Teletext und die Unterstützung für digitale Untertitel runden das Angebot ab. Auch die Bedienung der Software sollte niemanden vor größere Probleme stellen. Die Programmliste öffnet sich - wie die EPG und Teletext-Fenster - in einem eigenen, verschiebbaren Fenster, das sich frei wählbar auf dem Bildschirm platzieren lässt.
Zu guter Letzt variieren die Systemanforderungen stark und hängen zu einem großen Teil von der verwendeten Bildqualität ab. Während für Aufnahmen im MPEG2-Format bereits ein älterer Pentium 4 mit 2.4 Ghz (und Hyperthreading) ausreichen sollte, wird für die HDTV Vorschau bereits ein modernerer Core 2 Duo mit mindestens 2.4 Ghz, 512 MB RAM und eine aktuellere DirectX 9.0c Grafikkarte benötigt (bei nVidia ab der GeForce 6000-Reihe, bei ATi ab X1800 aufwärts).
Sollten diese Anforderungen erfüllt sein, dürfte dem mobilen Spaß am Fernsehen nichts mehr im Wege stehen.